Luftretter üben für Corona-Flüge
In Zeiten der Corona-Krise: Die Piloten der Luftrettungsstaffel Oberpfaffenhofen halten sich bereit, um medizinisches Material, Gerät oder auch Personen zu befördern.
Oberpfaffenhofen – In der Luft ist derzeit wenig los. Für eine Ausnahme sorgten im Bereich des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen am Freitag 15 Piloten der Luftrettungsstaffel mit ihren Maschinen. Das Bayerische Innenministerium wünscht, dass sie sich im Einzelfall für den Transport von medizinischem Material, Gerät oder Personen bereithalten. Weil die Piloten jedoch wegen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens nicht zu ihren Flugstunden kommen, war am Freitag eine Sonderübungseinheit fällig.
Vorausgegangen war dieser ein organisatorischer Kraftakt. Stützpunktleiter Christoph Fürst und Marc Alexander mussten die Flüge koordinieren und vor allem im Vorfeld mit den Gemeinden, dem Landratsamt Starnberg, den Polizeidienststellen und dem Luftamt koordinieren. Zusätzlich beschafften sie Atemschutzmasken, Desinfektionsmittel und Schutzhandschuhe. Denn auch für Piloten gilt: In Zeiten von Corona sind höchste Schutzmaßnahmen zu beachten. „Das war keine leichte Aufgabe, aber alle Stellen waren sehr hilfsbereit und haben die notwendigen Freigaben oder Auskünfte erteilt“, berichtet Stützpunktleiter Fürst. Die Verantwortlichen des Sonderflughafens trugen ihren Teil bei: Sie berechneten für die Starts und Landungen der Piloten keine Gebühren.
Nicht nur die Corona-Pandemie könnte in naher Zukunft für einen Einsatz der Luftrettungsstaffel sorgen. Wegen der anhaltenden Trockenheit steigt auch die Waldbrandgefahr. Fürst rechnet damit, dass schon bald erste Überwachungsflüge notwendig sind.
Am Freitag frischten 15 von insgesamt 24 Piloten ihr Können auf. „Wir sind bereit, wenn wir gebraucht werden“, so der Tenor bei den Beteiligten. Seit März 2017 zählt der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen zu den Stützpunkten der Luftrettungsstaffel. Partner ist die Flugsportgruppe des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Verantwortlichen bitten für zukünftige Aktionen rund um die Themen Pandemie und Luftrettungsstaffel um Verständnis.