Do27 überführt Forschungsflugzeug Antares
Vogelzug der besonderen Art Die Do27 der Flugsportgruppe im DLR bringt Forschungsflugzeug Antares DH- 2 sicher ins Alpenvorland 350 Kilometer Luftlinie galt es in etwas über 2,5 Stunden Flugzeit für das Forschungsflugzeug Antares DH-2 von Zweibrücken bis Oberpfaffenhofen zurückzulegen. Unter normalen Umständen ein Kinderspiel für das erste pilotengesteuerte Flugzeug der Welt, das emissionsfrei und autark mehrere Stunden fliegen kann. Für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll sie u.a. Besucherströme und den Verkehrsfluss aufnehmen und ohne Zeitverzögerung an die Bodenstation übertragen. Die Vision: zukünftig Staus und sich anbahnende Probleme bei Großereignissen frühzeitig erkennen und dadurch Schlimmeres zu vermeiden.
In eines der unter den Flügeln der Antares montierten „Pods“ ist ein hochauflösendes Kamerasystem installiert. In max. 1.000 Metern über Grund wird sie dann die Luftbilder zur Unterstützung der Hilfs- und Einsatzkräfte aufnehmen. Was sie zu diesem Einsatz besonders qualifiziert? Das batteriebetriebene Segelflugzeug ist dabei so leise, dass es selbst in niedriger Höhe vom Boden aus kaum zu hören ist. Um für das Forschungs-Equipment Platz zu schaffen musste ein Teil der Betriebsbatterien ausgebaut und daheim gelassen werden, was die Reichweite der Antares maßgeblich reduziert. Ein Abschlepp-Flugzeug musste also her: die Do27 der Flugsportgruppe im DLR war für die Mission wie geschaffen. Der leistungsstarke, einmotorige Hochdecker bringt normalerweise die Fallschirmspringer der Flugsportgruppe in die Luft. Was „die Do“ auszeichnet? Sie besitzt STOL- Eigenschaften (Short Take-Off and Landing), eine Schleppkupplung – sie ist für das Schleppen von bis zu drei Segelflugzeugen gleichzeitig zugelassen – und besitzt zudem den blauen Engel für Lärmreduktion. 2006 wurde sie von der Flugsportgruppe komplett grundüberholt.
„Die Do27 ist ein zuverlässiges und leistungsstarkes Arbeits-Flugzeug“, so Stefan Grillenbeck, seit 1996 Testpilot beim DLR. Für die Durchführung des ersten Schleppflugs dieser Art hatte er sich freiwillig gemeldet. Die Gelegenheit, die Do27 fliegen zu dürfen wollte er sich nicht entgehen lassen. „Es ist schon etwas besonderes, die Do27 zu fliegen“, so der erfahrene Testpilot, der in seiner Freizeit Fluglehrer und Ausbildungsleiter für Motorflug der Flugsportgruppe im DLR ist. „Der Oldtimer lässt sich sehr präzise fliegen und es gibt davon heute nur noch rund 40 zugelassene, flugtaugliche Exemplare in Deutschland.“ Der Flugzeug-Typ wurde in den 50iger und 60iger Jahren in den Dornier-Werken gebaut.
Am 27. März war es erneut soweit: das Wetter hat gepasst, Flugzeuge und Piloten waren einsatzbereit. In den frühen Morgenstunden machte sich diesmal der erfahrene Fallschirmabsetzpilot Markus Engelhardt in der Do27 nach Zweibrücken auf, um die Antares nach Oberpfaffenhofen zu holen. Ein weiteres Beispiel für die gute Zusammenarbeit der Flugsportgruppe und dem DLR.