Abschied von Dr.-Ing. Thomas Jank
Die Flugsportgruppe DLR Oberpfaffenhofen e.V. trauert um ihr langjähriges Mitglied und Erster Vorstand Dr.-Ing. Thomas Jank Oberpfaffenhofen – Völlig unerwartet starb am 16. August 2007 Dr.-Ing. Thomas Jank, seit 1976 langjähriges Mitglied der Flugsportgruppe der DLR Oberpfaffenhofen e.V. und seit 1993 Erster Vorstand, im Alter von nur 58 Jahren. Für die Flugsportgruppe bedeutet dies einen unersetzlichen Verlust, da Thomas unermüdlich für den Verein tätig war.
Er vereinigte in seiner Persönlichkeit eine Vielfalt von Eigenschaften und Fähigkeiten, die beruflich im DLR-Institut für Physik der Atmosphäre, der Wissenschaft – vornehmlich der Radarmeteorologie – galten. Sehr bald nach seinem Eintritt in die DLR wurde er auch Mitglied der Flugsportgruppe, denn seine Begeisterung galt allem, was mit der Fliegerei zu tun hatte. So entwickelte sich zwischen 1976 und den Folgejahren seine fliegerische Laufbahn aus den Anfängen eines Segelflugzeugführers, über die Stufe des Motorseglerpiloten, bis hin zum Motorflugzeugführer. In eigener Initiative erweiterte er seine fliegerischen Erfahrungen durch zusätzliche Kurse und Schulungen auch im Ausland.
So erhielt er in den USA, zusätzlich zum Pilotenschein, die IFR-Berechtigung, in Kanada kam der Eintrag für Wasserflugzeuge hinzu und in der Schweiz die Erlaubnis für Gletscherlandungen. Besonders kennzeichnend für Thomas war, dass er sich von Anfang an auch den allgemeinen Anforderungen stellte, unter denen eine Fluggruppe lebt, arbeitet und sich erfolgreich entwickeln kann. So war er von 1981 bis 1989 der verantwortliche Flugzeugwart für das Motorflugzeug „Remorqeur DR 400/180F“, das gleichzeitig Schleppflugzeug im Segelflugbetrieb der Gruppe war. Das Vorstandsamt des Kassiers von 1990 bis 1992 war für ihn als Datenspezialist eine gute Gelegenheit, ein neues Abrechnungsprogramm einzuführen. Sein ausgeprägtes Engagement spiegelte sich auch in der Bereitschaft wider, als Fluglehrer im Verein mitzuhelfen, wofür er ab 1989 vom Referat für Ausbildung des Luftsportverbandes Bayern die Anerkennung als Flug- und Theorielehrer für Motorflug erhielt. In seiner Eigenschaft als Fluglehrer, konnte er durch seine Geduld, seine Erfahrung und hohe vielfältige, fliegerische Kompetenz seine große Zahl von Schülern von Anfang an begeistern und erfolgreich begleiten.
Es blieb nicht aus, dass Thomas in der idealen Vereinigung seiner Eigenschaften als Pilot und Wissenschaftler des Institutes für Physik der Atmosphäre eine ideale Kombination darstellte, um auch im Rahmen des wissenschaftlichen Flugbetriebs bei vielen interessanten meteorologischen Projekten als Pilot mitzuarbeiten. Es handelte sich dabei meistens um Aufgaben, die in der Kombination der drei zum DLR-Flugbetrieb gehörenden Meß-Motorseglern des Typs „ASK 16“ durchgeführt wurden. So nahm er an wichtigen Meßprojekten in Deutschland, Österreich, Norwegen und Spanien teil. Thomas hat mit unermüdlichem Wirken den Luftsport am Flughafen Oberpfaffenhofen gesichert und 2006 mit der Fusion der Flugsportgruppe DLR Oberpfaffenhofen mit den Vereinen Luftsportclub Dornier e.V. und der Motorfluggruppe Dornier e.V. auf eine breite und leistungsfähige Basis gestellt.
Außerdem war er ständiger Teilnehmer an den Vereinssitzungen und aktiver Unterstützer gesellschaftlicher Veranstaltungen: Dabei lagen ihm das „Kinder-Nikolausfliegen“ oder aber auch die Kinderferienprogramme von benachbarten Gemeinden sehr am Herzen. (Bild 1: Thomas beim Besuch der Gemeinde Herrsching August 2007) Das Weitergeben und Vermitteln, das Zuhören und dabei begeisternde Sprechen und Diskutieren mit Jung und Alt, waren sehr kennzeichnend für Thomas’ Wirken. Sehr hilfreich und zielführend waren bei schwierigen Vereinsthemen auch seine pragmatische und unkomplizierte Art und Weise die Diskussionen zu leiten. Thomas engagierte sich außerdem schon sehr früh für den fliegerischen Umwelt- und Lärmschutz.
Mit seiner Hilfe wurde schon in frühen Jahren eine Flottenpolitik verabschiedet, die auf lärmärmere und umweltfreundlichere Flugzeuge basierte. So wurde schon 2004 für die Flugsportgruppe der Kauf einer "Katana" genehmigt, eines leichten zweisitzigen Motorflugzeugs, das schon damals die erst 2009 in Kraft tretenden verschärften Lärmvorschriften erfüllte. (Bild 2: Thomas im Schulungsflugzeug „Katana D20“) Tatkräftig und beratend unterstützte er auch die Pressearbeit und forcierte so die Vereinspublikationen. Als korrekter, herzlicher und aufrichtiger Mensch war Thomas stets ein gern gesehener Kamerad und Berater. Sein Idealismus für die Fliegerei und seine menschliche Größe werden uns stets ein Vorbild sein.
[Petra Wallenta]