Perfekter Saisonauftakt der Segelflieger

Segelflug Vereinsleben

Perfekter Saisonauftakt der Segelflieger

"Das ist ein perfekter Saisonauftakt", freuten sich die Segelfluglehrer Christoph Dolainsky und Benedikt Nesselhauf am ersten Aprilwochenende über das sonnige Wetter zum traditionellen "Anfliegen" der Flugsportsportgruppe (FSG) im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Seit über 50 Jahren wird dieser motor- und lautlose Flugsport am Sonderflughafen praktiziert. "Wir haben es alle kaum erwarten können, dass es endlich losgeht", so Benedikt Nesselhauf, der mit 27 Jahren derzeit jüngste Fluglehrer der Flugsportgruppe.

Auch im Winter sei die Sportgruppe keineswegs inaktiv. Die Vereinsmitglieder nutzen die größtenteils flugfreie Zeit für kleinere Reparaturen an den Flugzeugen, vor allem aber für die theoretische Ausbildung in Fächern wie Meteorologie, Technik oder Navigation. Doch natürlich möchten die aktuell 10 Flugschüler im Alter von 15 - 50 Jahren ihr Wissen so schnell wie möglich umsetzen. Die Ausbildung dauert durchschnittlich zwei Jahre. Seit letztem Jahr basiert das Gebührenmodell der Segelflieger auf einer "Flatrate": "Für 150 Euro im Jahr kann jeder Segelflieger so oft fliegen, wie er möchte", sagt Dolainsky. So bleibe Segelfliegen ein erschwinglicher Sport - "gerade auch für den hohen Anteil an den unter 20-Jährigen bei uns", so Dolainsky weiter.

Zu Beginn des Jahres steht aber für alle Piloten erst einmal ein Überprüfungsflug mit Fluglehrer auf dem Pflichtprogramm - auch für längjährige Flugscheininhaber. "Nur so können wir Vergessenes kontinuierlich auffrischen und falsche Routine verbessern," erklärt Ausbildungsleiter Alex Nesselhauf. Man kann sich das so vorstellen, als ob jeder Autofahrer mindestens einmal im Jahr mit einem Fahrlehrer eine Fahrstunde machen müsse. Segelfliegen könne man nur genießen, so Alex Nesselhauf, wenn Sicherheit oberste Priorität habe. Deshalb achten die Fluglehrer beispielsweise darauf, dass vor jedem einzelnen Flug eine detaillierte Checkliste abgearbeitet würde. "Manchmal ist es fast wie bei den Berufsfliegern," lacht der Airbus-Captain. Diese Vorsicht stelle sicher, dass keine wichtigen Dinge vergessen würden. Als Beispiel nennt Nesselhauf eine gründliche Überprüfung, ob alle Steuerelemente korrekt funktionieren. Dies geschehe vor jedem einzelnen Start, "auch wenn es bereits der dreißigste Start am Tag sein sollte", so der Chef-Fluglehrer.

70 Segelflug-Starts an einem Wochenende Die Bilanz des ersten Flugwochenendes: Über 70 Starts und etliche Flugstunden über dem Fünf- Seen-Land. Und das freut am Ende nicht nur die drei Fluglehrer. Denn - wie sie verraten - besagt eine inoffizielle Segelfliegerregel: "ist das Anfliegen gelungen, wird der Sommer super!". Ihr Wunsch: immer ausreichend Thermik. Dann wären vom Standort Oberpfaffenhofen aus sogar stundenlange Flüge bis in die Schweizer Alpen oder Slowenien möglich - und das völlig geräuschlos und ohne einen Liter Benzin zu verbrauchen.