Piper Turbo Arrow IV mit Astronautenerfahrung
Schon Ulf Merbold, der erste Nicht-US-Astronaut auf einem Space Shuttle, wusste die Eigenschaften des mit Turbolader, IFR-Instrumentierung und Autopilot ausgestatteten Reiseflugzeugs zu schätzen.
Experimentatoren für das Raumlabor Spacelab beworben hatten, fiel die endgültige Wahl u.a. auf Ulf Merbold. Während der intensiven Vorbereitungsphase in Köln stellte der Flugbetrieb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) dem gebürtigen Ostthüringer und seinen angehenden Astronauten-Kollegen Motorflugzeuge zu Ausbildungs-und Trainingszwecken zur Verfügung – unter anderem die Piper PA-28RT mit der Kennung D-EINK. „Die Piper ist ein sehr zuverlässiges Flugzeug“, so Ulf Merbold. „Solange die EINK uns zur Verfügung stand, sind meine Kollegen und ich sie sehr gerne geflogen.“ Wie viele andere schätzt Ulf Merbold die Eigenschaften dieses schnellen Reiseflugzeugs. Der viersitzige Tiefdecker wurde später an den Standort Oberpfaffenhofen überführt, wo er 1994 von der Flugsportgruppe im DLR übernommen wurde. Die Wartung wird seitdem von erfahrenen Technikern des DLR-Flugbetriebs beaufsichtigt.
Christian Hinz ist Flugzeugmechaniker und seit 1993 Prüfer von Luftfahrtgeräten – qualifiziert nicht nur für alle DLR-Forschungsflugzeuge am Standort, sondern auch für die Piper und weitere Flugzeugtypen der zwei Tonnen-Klasse sowie Motorsegler. „Beim DLR bin ich für die Technik hochmoderner Forschungsflugzeuge wie HALO, einem Ultra Long Range Business Jet G 550 des Herstellers Gulfstream, verantwortlich. Privat betreue ich bei der Flugsportgruppe seit knapp 14 Jahren die Wartung der D-EINK.“ Unter seiner Obhut wurde 2009 der Motor bei der Firma Dachsel grundüberholt. „Der Motor ist mit rund 280 Flugstunden fast neuwertig“, so Christian Hinz. Er ließ auch die Propellerblätter durch neue ersetzen und die Frontscheiben austauschen.
„Mit einer Reichweite von ca. 5,5 Stunden und einer wahren Eigengeschwindigkeit von 160 Knoten in 9.000 Fuß (knapp 300 km/h in ca. 3 km Höhe) ist die Piper wie geschaffen für Piloten, die Strecke fliegen möchten. Aufgrund der Instrumentierung der Maschine ist auch etwas schlechteres Wetter dabei kein Problem.“ Mit rund 36.000 Exemplaren gehört die PA-28 zu den meistgebauten Flugzeugen überhaupt. Das Modell des Amerikanischen Flugzeugherstellers Piper Aircraft Corporation gilt dank seiner guten Flugeigenschaften als Standardflugzeug in der Allgemeinen Luftfahrt und erfreut sich nicht nur in der Vercharterung großer Beliebtheit – auch in der Schulung ebenso wie privat. „Gute Turbo Arrows sind schon ab 60.000 Euro zu haben - sehr viel Flugzeug für diese Preisklasse.“, so das Urteil im Testergebnis des Fliegermagazins im Dezember 2010 für die Piper PA-28RT-201T. Auch Ulf Merbold fliegt privat heute noch eine Piper.