Eberhard Silbersdorf: 10.000 Stunden in der Luft
Grüß´ mir die Sonne ... – Eberhard Silbersdorf war 10 000 Stunden in der Luft.
Rund 10.000 Stunden hatte der 69-jährige Eberhard Silbersdorf in der Luft verbracht. Der Gilchinger begann seine Fliegerkarriere 1958 mit dem Privatpilotenschein.
15 Jahre später erweiterte Silbersdorf seine Flugberechtigungen um den Berufspilotenschein, der ihn 1973 immerhin 35 000 Mark kostete. Ausgangspunkt für seine nicht alltägliche Pilotenkarriere war das Studium der Hochfrequenztechnik, das er 1953 in Wismar abschloß.
Für Dornier flog Silbersdorf vor mehr als 15 Jahren ein Sprühflugzeug zur Niederlassung Kaduna in Nigeria. Diese nicht ganz alltägliche Überführung im Zweierverband nahm 5 Tage in Anspruch. Dabei lag die reine Flugzeit bis zur Ankunft in Kaduna bei rund 35 Stunden.
Für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen flog Silbersdorf viele Jahre lang in die abgelegensten Ecken und Winkel der Erde, selbst Arktis und Antarktis sind ihm vertraut. Temperaturen bis minus 30°C, 24 Stunden lang Tageslicht für Wochen und das Fehlen jeglicher Orientierungspunkte über Eis und Schnee bedeuten selbst für einen so erfahrenen Flughasen wie Silbersdorf eine Herausforderung.
Aber auch über dem Voralpenland hatte der Flugjubilar eine auch von Berufspiloten gefürchtete Herausforderung zu bestehen: Nach einem Blitzeinschlag während der Überführung der Do 27 der DLR-Flugsportgruppe von St. Johann in Österreich nach Oberpfaffenhofen mußte Silbersdorf 1977 in Riem wegen Instrumentenausfall zwischenlanden, um alle Bordgeräte vor dem Weiterflug zu überprüfen.
Seit 1961 gibt der Gilchinger ehrenamtlich seine Erfahrungen an Flugschüler weiter, aber auch Berufspiloten verdanken ihm Teile ihrer Ausbildung. Daneben engagiert er sich weiterhin beim Luft- Sportverband Bayern: Silbersdorf übernimmt hier "Voruntersuchungen" von Flugunfällen für das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig.
Eine weitere Episode aus Silbersdorfs Pilotenkarriere war die Flugeinweisung von Reinhard Mey im August 1982 in Augsburg in seinem Doppeldecker (Reinhard Meys Widmung: “In herrlicher Erinnerung an unsere Flugübungen … ").
10.000 Flugstunden, das sind etwa 29.000 Starts und Landungen, etwa 750 Umrundungen der Erde im Cockpit - oder grob geschätzt: 3 Millionen Flugkilometer.
[Werner Hausmann]