Alpenrundflug über das Blaue Land
Mein erster Alpenrundflug mit der FSG der DLR über das Blaue Land Oberpfaffenhofen – Mit der Organisation des Fluges hatte alles prima geklappt. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen. Das Glück ist uns hold, wir haben strahlenden Sonnenschein und freie Sicht bis zum Boden in die Alpentäler. Der Pilot hatte den Termin noch um eine Stunde nach hinten verschoben, um den Bodennebel Zeit zum Auflösen zu lassen. Das Argument leuchtet ein und seine Rechnung ging auch auf, die Sonne kommt am spät-Vormittag durch und die Täler sind klar. Der Pilot hatte schon alles vorbereitet, vollgetankt stand das Flugzeug, eine Remorqueur DR400/180, vor dem Hangar. Einzeln stiegen die drei Passagiere und der Pilot in die kleine Maschine mit der gläsernen Kuppel und den leicht nach oben geknickten Flügeln.
Nach dem Schließen der Plexiglashaube erklärt der Pilot noch die einzelnen Instrumente, Hebel und Schalter, überprüft die Kopfhörer und die Verbindung mit dem Tower, geht die Checkliste durch, und meldet sich anschließend beim Tower, um eine Rollerlaubnis zu bekommen. Nach der Starterlaubnis geht alles schnell und wir schweben bald bei 3500 Fuß über den Unterbrunner Kiesgruben. Anders als bei einem Linienflug ändern wir immerzu die Flughöhe. Aber erst einmal trimmt der Pilot die Maschine. Entspannt sehen wir uns um, im Norden liegt München. Über den Dunst blicken wir, die Allianzarena scheint zum Greifen nah und das Wasser des Starnberger Sees glitzert unten in der Sonne. Bald schon fliegen wir Richtung Benediktenwand, das schöne Alpenpanorama ist von oben noch beeindruckender.
Kontinuierlich steigen wir weiter und fliegen nun Richtung Mittenwald. Die westliche Karwendelspitze haben wir sehr bald erreicht und das Leutaschtal in Österreich kann man ganz klar erkennen. Die Luft ist sehr klar, die Sicht somit gut, traumhaftes Flugwetter eben und schon kann man auch den Stubaier Gletscher erkennen. Der Pilot dreht nun, wir fliegen an der Zugspitze vorbei, so nah, dass man sogar die dicht besuchte Terrasse am Gipfel erkennen kann. Weiter geht es zum Schloss Linderhof und entlang des Pürschlinggrates zum Ettaler Mandl. Ein Gleitschirmflieger schwebt rechts über uns über dem Mandl Felsen. Sogleich verlassen wir die Alpen und peilen das Südende des tiefblauen Ammersees an. Ein ganz anderes Bild erstreckt sich uns nun: ein Raddampfer und zahlreiche Segelboote tummeln sich auf dem See. Über uns sehen wir noch die Kondensstreifen der großen Flugzeuge.
Nun geht wieder alles sehr schnell und der Pilot ist schon wieder in Funkkontakt mit dem Tower. Eine schöne, sanfte Landung bereitet er uns. Das Flugzeug rollt aus. Der Pilot fährt vor dem Hangar und stellt den Flieger ab. Sicher klettern wir aus dem Cockpit und mit zahlreichen Eindrücken, die wir niemals vergessen werden. Hoffentlich bald wieder…
[Petra Wallenta nach einem Interviewgespräch]